Wandern Zu vier Händen

“Mit viel Liebe zum Detail und in musikalisch-harmonischer Seele vereint, ließen sie die ganze klangliche Seele der Flügelsaiten in die Herzen des Publikums einsinken.”
Johannes Karl Fischer,
klassik-begeistert.de

Jeder Weg hat seinen ersten Schritt. Der des Wanderduos war eine Fantasie: Schuberts f-Moll-Fantasie D.940, das erste Stück, das Daria Podushko und Andrey Denisenko an einem Klavier miteinander spielten. Aus dieser musikalischen Begegnung entwickelte sich bald ein gemeinsamer künstlerischer Weg.

Beide kamen aus derselben musikalischen Umfeld, aus der Strenge und Hingabe der russischen Klavierschule. In Rostow am Don lernten sie bei Sergei Osipenko, später in Hamburg bei Anna Vinnitskaya. Heute treten sie sowohl solistisch als auch als Duo auf internationalen Bühnen auf, darunter in der Elbphilharmonie Hamburg, der Laeiszhalle Hamburg, der Philharmonie Berlin, im Mariinsky-Konzertsaal in Sankt Petersburg, im Alfred-Krupp-Saal der Philharmonie Essen, im Konzerthaus Carl Philipp Emanuel Bach in Frankfurt (Oder) und auf Kulturgut Hasselburg.

Der Name Wander Piano Duo vereint mehrere Gedanken, die ihrer Lebensphilosophie nahe sind. Wandern heißt im Deutschen mehr als gehen: Es heißt aufbrechen, sich Zeit lassen, das Herz offen halten für das, was am Wegrand wartet. Es ist auch Schuberts zentrales Thema, der Wanderer, der zwischen Sehnsucht und Erfüllung geht, immer zwischen dem Wunsch nach Ruhe und dem Ruf des Fernen. Und in dem Wort „Wander” klingt, wer genau hinhört, das englische „wonder” mit, das Staunen, ohne das keine Reise lebendig bleibt.

Podushko und Denisenko haben ihre Heimat verlassen und in Deutschland eine neue gefunden, und so kennen sie jene Mischung aus Abschied und Ankunft, die Schuberts Musik trägt. Seine Wege führen nie nur über Land. Sie führen nach innen, durch Erinnerung und Traum, auf der Suche nach dem Ort, an dem man zu Hause sein darf.

Vierhändig zu spielen ist für sie selbst eine Art zu wandern: zwei Menschen auf einer Tastatur, im gleichen Atem und im gleichen Schritt. Es kommt dabei nicht darauf an, anzukommen, sondern darauf, was sich auf dem Weg offenbart.